Andreas Schaack: Vom Eisenbahner zum Bahn-Experten
- 18. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Unser Landesverbandsmitglied Andreas Schaack prägt seit Jahren die ÖPNV-Diskussion in Berlin und Brandenburg – mit fundierten Studien statt großen Reden.

Kurz, knapp, knackig: Ein paar DIN-A4-Seiten reichen Andreas Schaack, um komplizierte Verkehrsverbindungen, Fahrstraßen und Linienverknüpfungen für die Zukunft zu entwerfen. Der 77-jährige Diplom-Ingenieur aus dem Südosten Berlins hat sich schon mit dem Güterverkehr in und um Berlin befasst, die Nahverkehrstangente Ost untersucht und das Straßenbahnkonzept für Berlin bis 2050 mitentwickelt.
Ein Eisenbahner vom alten Schlag
Die Leidenschaft für die Bahn begann bei Andreas Schaack schon im Kindesalter. In der DDR machte er zunächst eine Ausbildung zum Betriebs- und Verkehrseisenbahner bei der Deutschen Reichsbahn, später studierte er an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden. Seine Karriere führte ihn vom Schichtleiter auf dem Bahnhof Berlin-Lichtenberg über den Containerverkehr in der Reichsbahndirektion bis ins Ministerium für Verkehrswesen.
Nach der Wiedervereinigung arbeitete er bei der Deutschen Bahn – zunächst beim Netz, später in der Hauptabteilung Nahverkehr. Dabei setzte er sich stets dafür ein, dass auch der Nahverkehr bei Kapazitätsuntersuchungen ordentlich berücksichtigt wird.
Wichtige Argumentationsgrundlagen für PRO BAHN
„Andreas Schaack ist zurückhaltend in seiner Art, aber kraftvoll in seinen Aussagen", sagt unser Landesvorsitzender Martin Pogatzki. „Seine Arbeit versetzt uns in die Lage, fachlich fundierte Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots zu machen. Nur mit dieser Erfahrung können wir auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen aus Politik und ÖPNV reden."
Seit seinem Ruhestand 2010 ist Andreas Schaack für den Fahrgastverband aktiv. Er beschäftigt sich nach eigener Einschätzung drei bis vier halbe Tage pro Woche mit Verkehrsfragen – und das nicht nur für PRO BAHN:
Im Bündnis Schiene Berlin-Brandenburg (BSBB) vertritt er den Fahrgastverband und arbeitet an Studien zum Güterverkehr und zur Nahverkehrstangente Ost mit.
Bei Pro Straßenbahn Berlin hat er am Zielnetz für die Tram bis 2050 mitgewirkt.
Als Autor für Fachzeitschriften wie die Eisenbahn-Revue International teilt er sein Wissen zu Themen wie Bahnsteighöhen oder der Berliner Nahverkehrstangente Ost.
Erfolge durch Sacharbeit
Ein konkreter Erfolg: Bei der Potsdamer Stammbahn setzte sich das BSBB für die Regionalbahn statt S-Bahn ein – damit Fahrgäste auch weiter ins Umland fahren und den Nord-Süd-Fernbahntunnel nutzen können. Der Berliner Senat schwenkte um.
„Also nicht einfach nur Aktionismus, keine großen Reden schwingen – ist nicht so mein Ding", sagt Andreas Schaack bescheiden. Aktuell arbeitet er an einer Studie zum Deutschlandtakt mit, dem seiner Ansicht nach in der Region zu wenig Bedeutung beigemessen wird.
Und die Zukunft? „Meine Frau drängt mich schon lange kürzerzutreten", schmunzelt der 77-Jährige. Aber dann fügt er hinzu: „Ich denke, die Themen werden uns nicht ausgehen."
Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel aus derFahrgast 3/2025, dem Magazin des Fahrgastverbands PRO BAHN.
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