top of page
PRO BAHN social media design.png

Groß Behnitz

  • vor 18 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

vom 9.03.2026


S-Bahn im Berliner Frühling

PRO BAHN Berlin Brandenburg fordert Bahnsteig für Groß Behnitz im Zuge der Generalsanierung


Nur ein Bahnsteig fehlt: Der Ort Groß Behnitz zwischen Wustermark und Rathenow ist seit 1998 vom Regionalverkehr abgehängt – obwohl der Bahnhof seit 1871 existiert. Mit der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin bietet sich jetzt die historische Chance, diesen Missstand zu beheben. PRO BAHN unterstützt die Bürgerinitiative „Nächster Halt Groß Behnitz" und fordert den Bau eines Bahnsteigs.

153 Jahre Bahnhof – 27 Jahre ohne Halt

Der Bahnhof Groß Behnitz hat eine bemerkenswerte Geschichte. In den 1870er Jahren wurde er an der Strecke Hannover–Berlin errichtet – nicht zuletzt dank einer Spende der Industriellenfamilie Borsig, die 15,5 Hektar Land und 10.000 Taler beisteuerte, damit die Trasse über ihren Gutshof führte. Das klassizistische Empfangsgebäude mit Güterschuppen, Wasserturm und Stellwerk steht noch heute.

Doch seit dem 27. September 1998 halten hier keine Züge mehr. Mit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Berlin–Wolfsburg–Hannover wurde der Regionalverkehr auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke verlegt. Orte wie Buschow und Nennhausen erhielten ihren Bahnanschluss zurück – Groß Behnitz ging leer aus.


Die Generalsanierung als Chance

Vom 1. August 2025 bis voraussichtlich Frühjahr 2026 wird die Strecke Hamburg–Berlin umfassend generalsaniert. Dabei werden nicht nur 165 Kilometer Gleise erneuert und 249 Weichen eingebaut, sondern auch 28 Bahnhöfe modernisiert – mit neuen Bahnsteigen, Aufzügen und Wegeleitsystemen.

Was viele nicht wissen: Im Zuge der Generalsanierung wird auch die sogenannte Stammbahn (das dritte Gleis) zwischen Berlin und Rathenow elektrifiziert und für den Regional- und Güterverkehr ertüchtigt. Die Infrastruktur für einen Halt in Groß Behnitz wird also ohnehin angefasst. Ein zusätzlicher Bahnsteig wäre ein überschaubarer Mehraufwand – mit großem Nutzen.


Warum Groß Behnitz wichtig ist

PRO BAHN Berlin/Brandenburg sieht drei zentrale Argumente für die Reaktivierung:

Entlastung für Nauen: Der Bahnhof Nauen ist heute der einzige Einstiegspunkt für die Gemeinden westlich von Berlin. Ein zusätzlicher Halt in Groß Behnitz würde den Druck auf Nauen und die Stadtdurchfahrt spürbar reduzieren – gerade zu Pendlerzeiten.

Direkte Verbindung nach Rathenow: Aktuell müssen Fahrgäste aus Groß Behnitz und Umgebung über Nauen fahren, um nach Rathenow zu gelangen. Mit einem Bahnsteig wäre der Weg wieder direkt möglich – kürzer, schneller, attraktiver.

Siedlungsentwicklung im Havelland: Das westliche Havelland wächst. Neue Wohngebiete entstehen, die Pendlerzahlen steigen. Ein reaktivierter Halt würde die Region besser an Berlin anbinden und den Umstieg vom Auto auf die Bahn erleichtern.


Unsere Forderungen

PRO BAHN Berlin/Brandenburg fordert:

  • Den Bau eines Bahnsteigs in Groß Behnitz im Zuge der laufenden Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin

  • Die Aufnahme des Haltepunkts in die Planungen der DB InfraGO und des Landes Brandenburg

  • Die Prüfung eines Regionalhalts durch den VBB im Rahmen der Nahverkehrsplanung

Die Bürgerinitiative „Nächster Halt Groß Behnitz" hat bereits über 1.000 Unterschriften gesammelt. PRO BAHN unterstützt dieses Engagement und ruft die Verantwortlichen auf, die historische Chance der Generalsanierung zu nutzen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Wenn die Bagger einmal weg sind, wird es Jahrzehnte dauern, bis sich eine vergleichbare Gelegenheit bietet.


Weiterführende Informationen

Kommentare


bottom of page