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Verzögerung Berlin-Dresden nutzen, zweites Gleis Jüterbog–Falkenberg wiederaufbauen

  • 7. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Zweites Gleis Jüterbog-Falkenberg wieder aufbauen
Mit zweitem Gleis wird ein leistungsfähige Umleitungsstrecke während des Ausbaus Berlin–Dresden geschaffen ÖPNV-Karte © OpenStreetMap contributors


Verzögerung Berlin-Dresden nutzen, zweites Gleis Jüterbog–Falkenberg wiederaufbauen

 

Ausbau Berlin–Dresden erneut um Jahre verschoben: Fahrgastverband PRO BAHN fordert Wiederaufbau des zweiten Gleises Jüterbog–Falkenberg

 

Die Anfang April 2026 von der DB InfraGO bekannt gegebene Verschiebung der zweiten Baustufe der Ausbaustrecke Berlin–Dresden von 2029 auf Ende 2033 zeigt erneut, wie sich ändernde Anforderungen und langsame Planungsprozesse dringend benötigte Infrastrukturprojekte um Jahre verzögern. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, die entstandene Verzögerung produktiv zu nutzen und den Wiederaufbau des zweiten Streckengleises zwischen Jüterbog und Falkenberg (Elster) voranzutreiben.


Die Begründung der DB InfraGO – geänderte Anforderungen im Planfeststellungsverfahren, insbesondere bei Umweltfragen im Moorgebiet bei Zossen – zeigt ein systemisches Problem: Sich ändernde Anforderungen an Umweltschutz und Genehmigungsverfahren treffen auf ein Planungssystem, das zu langsam auf neue Rahmenbedingungen reagiert. Statt sich frühzeitig auf veränderte Standards einzustellen, werden Planungsunterlagen erst eingereicht und dann im laufenden Verfahren überarbeitet. Dass der gesamte Abschnitt Blankenfelde–Großenhain nun statt 2029 erst 2033 in Betrieb gehen soll, bedeutet für die Fahrgäste auf einer der wichtigsten europäischen Magistralen weitere vier Jahre ohne die versprochene Fahrzeit von 80 Minuten zwischen Berlin und Dresden.

Verzögerung als Chance: Zweites Gleis Jüterbog–Falkenberg jetzt wiederaufbauen

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, die gewonnene Zeit für eine überfällige Maßnahme zu nutzen: den Wiederaufbau des zweiten Streckengleises auf der Bahnstrecke Jüterbog–Falkenberg (Elster). Das zweite Gleis wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als sowjetische Reparationsleistung abgebaut und seither nie wiederhergestellt – obwohl beim Rückbau auf den Wiedereinbau des zweiten Gleises weitgehend Rücksicht genommen wurde und die Trasse dafür vorbereitet ist.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die DB InfraGO und das Eisenbahn-Bundesamt auf zu prüfen, ob der Wiederaufbau des zweiten Gleises planungsrechtlich vereinfacht umgesetzt werden kann. Die Trasse war als zweigleisige Hauptbahn gewidmet und das zweite Gleis wurde lediglich physisch entfernt, nicht aber die Strecke als solche entwidmet oder stillgelegt. In vergleichbaren Fällen wurde ein abgebautes Gleis als „technisch gesperrt" betrachtet, was eine Wiederherstellung ohne aufwendiges Planfeststellungsverfahren ermöglichte. Eine solche Prüfung könnte den Weg zu einer deutlich schnelleren Realisierung ebnen.

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