Erfahrung aus der Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin: Es ginge schneller, besser und billiger mit einer Klingbeil-Bilger-Initiative
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Die Gelegenheit für eine Klingbeil-Bilger-Initiative, die später als Wendepunkt der Bahnmodernisierung in Erinnerung bliebe
Manchmal beginnt Fortschritt damit, innezuhalten und alte Entscheidungen noch einmal zu überdenken.
Die Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin zeigt uns ein Dilemma. Milliarden wurden investiert, Gleise und Anlagen erneuert – und dennoch wird es nicht besser, weil Technik aus der Vergangenheit weiter mitgebaut werden muss. Die Voraussetzungen für den vollständigen Wechsel zur neuen Technik fehlen weiterhin.

Die Zukunft soll gebaut werden, aber die Vergangenheit muss daneben bestehen bleiben. Dieses Nebeneinander kostet sehr viel mehr Geld, behindert Einfachheit und nimmt selbst den motiviertesten Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern jeglichen Handlungsspielraum. Von denen Pünktlichkeit einzufordern ohne die Voraussetzungen zu schaffen hat etwas Absurdes.
Mit den negativen Erkenntnissen aus der bisherigen Generalsanierung wäre jetzt ein guter Moment, die Perspektive zu wechseln und die Chance einer konsequenten ETCS-Ausrüstung aller Lokomotiven und Triebfahrzeuge zu nutzen, die regelmäßig in Deutschland verkehren. Eine vom Bund viel großzügiger als die jetzt endlich angeschobene Förderung, brächte die Grundlage für ein einheitliches, modernes System. Nicht nur dass die Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur deutlich geringer ausfallen würden, im Alltag wird dann endlich auch die positive Wirkung für uns Fahrgäste spürbar.
Gerade wenn bisher beschrittene Wege an ihre Grenzen stoßen, ist der richtige Moment für neues Denken!
Deshalb dieser Anstoß an die beiden Minister: Die entscheidende Frage gilt es zu beantworten: „Welche Kosten, welche Komplexität und welche Einschränkungen können wir uns über Jahrzehnte ersparen, wenn wir diesen Schritt jetzt konsequent gingen“?
Statt der Klecker-Finanzierung der ETCS-Ausrüstung der Fahrzeuge sollten in den kommenden drei Jahren 95% (statt nur 60%) gefördert werden. Dann gäbe es einen massiven Anreiz, die Fahrzeuge jetzt und schnell auszurüsten.
Daneben kann der Plan der weiteren Generalsanierungen von Korridoren deutlich entzerrt werden, sodass die meisten dieser Infrastruktur-Projekte „ETCS-only“, also ohne aufwändige Doppelausrüstung mit „neuer/alter-Technik“ erfolgen kann.
Schneller, besser und am Ende billiger – wenn die Bundesregierung nicht in einzelnen Zuständigkeiten und Investitionen, sondern die Bahn als Gesamtsystem denkt und entsprechend handelt.
Darin liegt eine seltene Chance für die Bundesregierung: Nicht an Entscheidungen der Vergangenheit festhalten, sondern aus den Erfahrungen lernen und die Zukunft noch einmal neu denken!
Die Gelegenheit für eine Klingbeil-Bilger-Initiative für den Wendepunkt der Bahnmodernisierung!



