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Berliner Nahverkehrsplan 2026–2028: Unsere Forderungen - und was jetzt passieren muss

  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Der Nahverkehrsplan (NVP) ist das zentrale Steuerungsinstrument für Bus, Bahn und Tram in Berlin für die kommenden Jahre – gesetzlich vorgeschrieben und Grundlage dafür, welche Linien ausgebaut, welche gehalten und welche gekürzt werden. Der Entwurf für den Zeitraum 2026–2028 hat im Frühjahr eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchlaufen, PRO BAHN Berlin-Brandenburg hat sich mit einer eigenen Stellungnahme eingebracht. Wir fassen zusammen, was drinsteht, was wir kritisieren – und warum die Sache jetzt nicht einschlafen darf.


Worum es geht beim Nahverkehrsplan


Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hatte den Entwurf des Nahverkehrsplans 2026–2028 vom 18. April bis zum 18. Mai 2026 zur öffentlichen Stellungnahme freigegeben. Grundlage war ein Entwurf, der bereits im März 2026 vorgestellt wurde. Neben dem eigentlichen Nahverkehrsplan wurden auch der ÖPNV-Bedarfsplan und der zugehörige Umweltbericht zur Beteiligung gestellt.

Das Ergebnis der Auswertung – also die verbindliche Endfassung des Plans – steht bislang noch aus. Genau das ist der Punkt, an dem wir als Verband jetzt am Ball bleiben müssen.


Unsere Kritik: Kürzungen statt Ausbau


In unserer Stellungnahme vom 20. Mai 2026 haben wir deutlich gemacht: Der vorliegende Entwurf steht in einem grundsätzlichen Widerspruch zu den Anforderungen einer weiterwachsenden Stadt. Statt auf steigende Mobilitätsnachfrage mit einem entsprechenden Angebot zu reagieren, sieht der Plan an mehreren Stellen Kürzungen und Verzögerungen vor.


Konkret fordern wir:

  • Straßenbahn-Ausbau verbindlich sichern und beschleunigen – insbesondere in den westlichen Bezirken Spandau und Steglitz-Zehlendorf, wo Projekte bislang unter dem Vorbehalt knapper Kassen stehen.

  • S-Bahn-Verbesserungen nicht kassieren – die im Entwurf herabgestuften Vorhaben, etwa 10-Minuten-Takte nach Hennigsdorf, Bernau und Oranienburg, müssen wiederhergestellt werden.

  • Regionalverkehr und Brandenburg besser einbinden – unter anderem durch die Prüfung einer Regio-S-Bahn auf der Nahverkehrstangente Ost.

  • Trassen freihalten – die Trasse der Nahverkehrstangente Ost (NVT) muss unverändert gesichert und in der Stadtplanung vorausschauend berücksichtigt werden, damit spätere Bauprojekte nicht an verbauten Flächen scheitern.

  • Länderübergreifend planen – Berlin und Brandenburg brauchen einen gemeinsam abgestimmten Nahverkehrsplan statt zweier getrennter Prozesse, die an der Stadtgrenze aufhören.


Wir sind nicht allein mit dieser Kritik


Auch der BUND Berlin hat den Entwurf scharf kritisiert und ihn als "Rückschritt für die Mobilitätswende" bezeichnet. Wenn Umweltverbände und Fahrgastverband unabhängig voneinander zum selben Schluss kommen, dass ein Verkehrsplan die falschen Prioritäten setzt, sollte das der Senatsverwaltung zu denken geben.


Was jetzt zu tun ist


Die Beteiligungsphase ist formal beendet, die eingegangenen Stellungnahmen werden derzeit fachlich geprüft. Ein öffentlicher Termin für die Endfassung des Nahverkehrsplans ist bislang nicht bekannt.

Das ist der kritische Moment: Erfahrungsgemäß verschwinden Stellungnahmen aus der Beteiligungsphase leicht in der Schublade, wenn niemand nachhakt.

Wir bleiben daher dran und werden:

  • bei der Senatsverwaltung nachfragen, wann mit der Endfassung zu rechnen ist,

  • öffentlich sichtbar machen, welche unserer Forderungen aufgenommen wurden – und welche nicht,

  • gemeinsam mit anderen Verbänden wie dem BUND Druck aufrechterhalten, damit aus dem Entwurf nicht der Status quo wird.


Was Sie tun können: Wenn Ihnen der Ausbau der Straßenbahn im Westen, dichtere S-Bahn-Takte oder eine bessere Anbindung Brandenburgs wichtig sind – sprechen Sie das Thema gegenüber Ihrer Bezirksverordnetenversammlung oder Ihrem Wahlkreisabgeordneten an.

Je mehr Stimmen jetzt hörbar werden, desto schwerer wird es, den Entwurf unverändert durchzuwinken.


Quellen: PRO BAHN Berlin-Brandenburg, Stellungnahme zum Entwurf des Nahverkehrsplans (20.05.2026); BUND Berlin, "Rückschritt für die Mobilitätswende: Entwurf des Berliner Nahverkehrsplans 2026-2028"; Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Öffentlichkeitsbeteiligung Nahverkehrsplan 2026–2028.

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