PRO BAHN Berlin-Brandenburg fordert konsequentes Umdenken im Nahverkehr
- 24. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Juli
Am vergangenen Montag hat der VDV Ost vorgestellt, welche Investitionen bis 2040 notwendig sind, um den öffentlichen Nahverkehr in Berlin zu modernisieren. Zudem wurden zusätzliche Maßnahmen diskutiert, um ein noch besseres Angebot zu schaffen. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Ute Bonde (Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt), Antje Kapek (Grüne-Fraktion Berlin), Henrik Falk (BVG) und Christoph Heuing (VBB) bezog Martin Pogatzki für PRO BAHN Berlin-Brandenburg klar Position.
Kunden zuerst – nicht Strukturen, fordert PRO BAHN
Die zentrale Forderung von PRO BAHN lautet: Verkehrsunternehmen müssen sich deutlich stärker an erfolgreichen Unternehmen orientieren. Alles Handeln muss konsequent vom Kunden her gedacht werden. Das klingt selbstverständlich, ist es im ÖPNV jedoch bei Weitem nicht. Zu oft bestimmen gewachsene Strukturen, Zuständigkeitsgrenzen und Unternehmenslogik das Angebot – nicht die Frage, was Fahrgäste tatsächlich brauchen.
Martin Pogatzki machte deutlich: Bestehende Strukturen müssen viel weitergehender hinterfragt werden als bisher. Kooperationen zwischen den Akteuren müssen deutlich ausgebaut werden. Solange der Blick rein auf das eigene Unternehmen gerichtet bleibt, kann wirklich Neues und Besseres nicht entstehen.
Das beste Beispiel dafür, dass es anders geht, ist das Deutschlandticket. Es ist gerade deshalb so erfolgreich, weil Zusammenarbeit nicht nur gewünscht, sondern eingefordert wurde. Dieses Prinzip muss weit über das Ticket hinaus zum Maßstab werden.
Berlin wächst – der ÖPNV muss mitwachsen
Die VDV-Analyse zeigt aus Sicht von PRO BAHN vor allem eines sehr klar: Berlin wächst weiter. Schon allein wegen des fehlenden Raums in der Stadt muss der ÖPNV dringend ausgebaut werden. Wer die wachsende Mobilität der kommenden Jahre allein über den Straßenverkehr abwickeln will, wird scheitern – an Platz, an Emissionen und an der Lebensqualität in den Quartieren.
i2030 ist das Minimum – nicht das Ziel
In der Diskussion bestand Einigkeit darüber, dass die Projekte aus dem Infrastrukturprogramm i2030 mindestens umgesetzt werden müssen. Martin Pogatzki ging jedoch bewusst weiter: Berlin muss endlich weitsichtiger handeln. Vier Korridore werden seit Jahren ignoriert, obwohl sie enormes Potenzial haben:
NVT-Ost – die nordöstliche Tangentialverbindung
Nordbahn – die historische Strecke im Norden Berlins
Südlicher Innenring – eine wichtige Querverbindung im Stadtgebiet
Potsdamer Stammbahn – die traditionsreiche Verbindung nach Potsdam
Zusammen haben diese vier Korridore eine Kapazität, die mit drei- bis vierspurigen Autobahnen vergleichbar ist. Berlin lässt sie seit Jahren brachliegen. PRO BAHN fordert, diese Strecken endlich in die konkrete Planung aufzunehmen und nicht länger nur über das Notwendigste zu diskutieren.
Fazit: Mehr Mut, mehr Zusammenarbeit, mehr Weitsicht

Die VDV-Ost-Veranstaltung hat gezeigt, dass die Herausforderungen für den Berliner ÖPNV bekannt sind. Was fehlt, ist der politische Wille, über den Horizont der nächsten Legislaturperiode hinauszudenken. PRO BAHN Berlin-Brandenburg wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass nicht nur modernisiert, sondern wirklich ausgebaut wird – für die Fahrgäste von heute und für eine Stadt, die morgen noch mehr Menschen bewegen muss.
Zukunft des Nahverkehrs in Berlin
Die Zukunft des Nahverkehrs in Berlin hängt von vielen Faktoren ab. Es ist entscheidend, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Nur so kann ein modernes und benutzerfreundliches Verkehrssystem entstehen. Die Integration neuer Technologien und die Anpassung an die Bedürfnisse der Fahrgäste sind unerlässlich.
Technologische Innovationen
Technologische Innovationen spielen eine zentrale Rolle. Sie können helfen, den Nahverkehr effizienter und attraktiver zu gestalten. Dazu gehören unter anderem:
E-Ticketing: Vereinfachung des Ticketkaufs.
Echtzeitdaten: Informationen über Abfahrtszeiten und Verspätungen.
Apps: Benutzerfreundliche Anwendungen zur Routenplanung.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein nachhaltiger Nahverkehr ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Die Reduktion von Emissionen und die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel sind zentrale Ziele. Maßnahmen wie der Ausbau von Fahrradwegen und die Förderung von E-Mobilität sind entscheidend.
Zusammenarbeit der Akteure
Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Verkehrsträgern ist unerlässlich. Nur durch eine enge Kooperation können Synergien genutzt und das Angebot verbessert werden. Die Schaffung eines integrierten Verkehrssystems sollte oberste Priorität haben.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der öffentliche Nahverkehr in Berlin vor großen Herausforderungen steht. Es bedarf eines Umdenkens und einer stärkeren Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Fahrgäste. PRO BAHN wird sich weiterhin für einen modernen und benutzerfreundlichen Nahverkehr einsetzen. Nur so kann Berlin auch in Zukunft eine lebendige und lebenswerte Stadt bleiben.


